Portrait-Studien

Fotografieren ist seit Ende der 1970-er Jahre mein Hobby. In der Vergangenheit (bis 1992) hatte ich auch ein eigenen Fotolabor. Durch mehrere Umzüge und weniger Platz sowie Gelegenheiten muss ich auf diese Fotolabor leider verzichten.

Ich möchte auf dieser Seite einige Portraits vorstellen.

Die schwarz/weiss-Filme und Fotos habe ich selbst entwickelt, die Positive in verschiedenen Größen gefertigt, das grösste war 50 x 60 cm.

Dieses Foto entstand im Sommer 1981 auf einem Campingplatz in der Nähe von Potsdam.
Dies zeigt eine Mutter mit ihrem Baby. Es war nur ein Augenblick, in dem das Kind mir den Kopf zu drehte.
Mit diesem Foto, das ich in mehreren Ausstellungen zeigen durfte, habe ich eine Reihe von Preisen gewonnen. In der Größe 50 x 60 cm habe ich das Foto selbst vergrößert und entwickelt.
Die Aufnahme entstand mit einer Spiegelreflex-Kamera „PRAKTICA MTL5“ und auf dem handelsüblichen ORWO Schwarz/Weiss-Film, ISO 100, 35 mm, 36 Bilder, den man in der DDR kaufen konnte.
Dieses Foto entstand ebenfalls im Sommer 1981. es zeigt einen Jungen, der auf einer Lichtung im Walde (in der Nähe von Potsdam) zeichnet.
Fotografiert habe ich mit der Spiegelreflex-Kamera „PRAKTICA MTL5“ von Pentacon Dresden auf ORWO Schwarz/Weiss-Film ISO 100, 35 mm-Kleinbild, 36 Bilder.
Ein hervorragendes Ergebnis von Kosmetikerin und Friseurin. Im Ausschnitt sind die Pigmentflecke noch zu sehen. Hier haben wir bewusst auf das Schminken verzichtet.
Herausgekommen ist ein Foto, dass eine stolze alte Dame (81 Jahre) zeigt.
Das Foto wurde nachträglich nicht mehr bearbeitet sondern im Original in einem Magazin abgedruckt.
Aufgenommen auf ORWO Color Negativ- Film 35 mm, ISO 100, 36 Bilder. Die Entwicklung erfolgt in einem professionellen Fotolabor.
Die Travestie-Künstlerin „Maria Katastropha“ beim Fasching im Café „vis-à-vis“ in Leipzig.
Die Künstlerin ist bei vielen Veranstaltungen aufgetreten, konnte live sogar Opernarien singen.
Das Foto entstand ebenfalls mit einer Spiegelreflex-Kamera „PRAKTICA MTL5“ von Pentacon Dresden (mit Blitzlicht) auf ORWO Color Negativ- Film 35 mm, ISO 100, 36 Bilder. Die Entwicklung erfolgt in einem professionellen Fotolabor.

Sehr gerne fotografiere ich auch heute noch ganz konventionell mit einer Kleinbildkamera „Praktika MTL 5“ von Pentacon Dresden. Und natürlich dann auf 35-mm-Negativ Film (Farbe und Schwarz/Weiss).

Alle Fotos © by Michael Köhler, 2020

Foto-Portraits für ein Magazin

Ich bekam den Auftrag für ein Magazin Portraits von Seniorinnen anzufertigen.

Der Auftrag war schon etwas besonders, da die beiden Damen vor der Fotosession noch professionell geschminkt und frisiert werden sollten.

Beim Fotografieren habe ich bewusst auf vorher/nachher verzichtet, da ich auch Aufnahmen während des Schminkens machen wollte.

Sehr gerne fotografiere ich noch ganz konventionell mit einer Kleinbildkamera „Praktika MTL 5“ von Pentacon Dresden. Und natürlich dann auf 35-mm-Negativ Film (Farbe und Schwarz/Weiss).

Während des Schminkens, die Dame hatte im Gesicht viele Pigmentflecke, die wurden überdeckt und abgepudert.
Ein hervorragendes Ergebnis von Kosmetikerin und Friseurin. Im Ausschnitt sind die Pigmentflecke noch zu sehen. Hier haben wir bewusst auf das Schminken verzichtet.
Herausgekommen ist ein Foto, dass eine stolze alte Dame (81 Jahre) zeigt.
Das Foto wurde nachträglich nicht mehr bearbeitet sondern so im Original abgedruckt.
Alle Fotos wurden auf Kleinbildfilm ohne Blitzlicht aufgenommen.
Hier war uns wichtig, das die Wimpern kräftig getuscht wurden, damit sie im Gesamteindruck besonders wirken.
Während des Abpuderns bin ich ins Licht gelaufen, dadurch sind die Schlagschatten entstanden. Dieses Foto wurde nicht veröffentlicht.
Das Ergebnis zeigt eine fröhliche, zufriedene ältere Dame (68 Jahre). Auch hier haben Kosmetikerin und Friseurin eine ausgezeichnet Arbeit gemacht.

Die beiden Damen wurden im Salon Bergmann in Leipzig professionell frisiert und geschminkt.

Insgesamt haben an dieser Fotosession zwei Kosmetikerinnen, zwei Friseurinnen und der Chef, Friseurmeister Bergmann, mitgewirkt.

Die Aufnahmen entstanden mit einer Kleinbild-Spiegelreflex-Kamera „PRAKTICA MTL5“ auf Farbnegativfilm Kodak 100 135/36.

© by Michael Köhler, 2020

Mein Auftrag: Fotos von der Namensgebung 43. Polytechnische Oberschule „Walter- Ulbricht“

Im Frühjahr 1980 (also vor 40 Jahren) wurde ich von Eltern, deren Kinder die 43. Polytechnische Oberschule in der Max-Planck-Strasse in Leipzig besuchten, gefragt, ob ich bei der Festveranstaltung zur Namensgebung der Schule als „Walter-Ulbricht-Oberschule“ die Fotos machen würde.

Ich habe bis Ende der 1980-er Jahre viel fotografiert und diese in meinem eigenen Fotolabor entwickelt und vergrößert. Den Auftrag nahm ich gerne an, zumal ich damit auch Geld verdienen konnte.

Walter Ulbricht war von 1950 – 1971 der Erste Sekretär des Politbüros der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), er war erste Vorsitzende Staatsrates der DDR 1960 – 1971 (wurde kurz als Staatsratsvorsitzende bezeichnet, vorher war Wilhelm Pieck Präsident der DDR, dieses  Amt wurde 1960 abgeschafft).

Zentralbild/Junge 31.1.1961 Klingenthal Walter Ulbricht in Klingenthal. – Der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht, weilte am Wochenende bei den Musikinstrumentenbauern in Klingenthal im Erzgebirge. In Begleitung seiner Gattin unternahm er hier auch Skiwanderungen und sah sich die III. Internationalen Skiwettkämpfe in den Nordischen Disziplinen an. U.B.z: Walter Ulbricht und Gattin beim Start und Ziel vom Langlauf zur Nordischen Kombination. **

1971 wurde Ulbricht durch Erich Honecker entmachtet.

Im Fernsehen der DDR und in der Presse wurden Filmaufnahmen und Bilder veröffentlich, die Ulbricht an seinem Geburtstag am 30. Juni 1971 zeigen, als er im Morgenmantel und in Hausschuhen (inszeniert als „alter und kranker Mann“) die Glückwünsche der Mitglieder des Zentralkomitees der SED, allen voran Erich Honecker, entgegen nahm.

Damit war die Ära Ulbricht offiziell beendet, man hörte bis zu seinem Tod am 01. August 1973 (ausgerechnet während der „Weltfestspiele der Jugend und Studenten“, die wurden angeblich auf seinen Wunsch weiter veranstaltet.) nicht mehr viel über ihn.

Es gab nach den „Weltfestspielen“ formal einen Staatsakt und das Begräbnis.

Damit war Walter Ulbricht aus dem Gedächtnis der Partei (SED), des Staates und der Geschichte der DDR verschwunden. Nicht aber aus den Köpfen der Bürger der DDR. Schließlich hatte er den Bau der Mauer veranlasst und dafür gesorgt, dass der „Schießbefehl“ erlassen wurde (bereits 1960). Ulbricht war der typische stalinistsche Parteifunktionär.

Um seine Witwe, Lotte Ulbricht, rankten sich viele Geschichten. Angeblich solle sie in der Schweiz leben, im Internationalen Frauenbund engagiert sein usw.

Umso erstaunter war ich, als ich vor Beginn der Feierstunde zur Namensgebung einer alten Dame vorgestellt wurde, die tatsächlich Lotte Ulbricht war.

Sie fragte mich, was ich hier machen wolle.

Ich erzählte ihr, dass ich für die Schule die Fotos machen soll, um dieses festliche Ereignis zu dokumentieren und fragte sie, ob sei damit einverstanden wäre, dass ich ein paar Fotos von ihr mache.

Sie tätschelte mein Gesicht und sagte „Junge, selbstverständlich, aber nur von meiner Schokoladenseite“, auf der anderen hatte sie einen großen Pigmentfleck.

Ich hielt mich daran und sie genehmigte mir die Fotos.

Es war ein interessanter Tag für mich, der in meinem Fotolabor endete, als ich die Fotos getrocknet und je einen Abzug zu Lotte Ulbricht gebracht hatte.

Musikcorps der Pionierorganisation auf den Stufen zum Zentralstadion (in der Nähe der 43. POS)
Aufzug der Ehrengäste (in der Mitte Lotte Ulbricht)
Ansprache von Lotte Ulbricht
Eintrag ins Ehrenbuch der Schule (im Beisein eines Vertreters der Stadt Leipzig und eines Pioniers)

Copyright für die schwarz/weiss-Fotos von Lotte Ulbricht by Michael Köhler/2020

  • Copyright für das Farbfoto von Walter Ulbricht „Neujahrsansprache 1970“
  • CC BY-SA 3.0 de
  • File: Bundesarchiv Bild 183-J1231-1002-002 Walter Ulbricht, Neujahrsansprache.jpg
  • Erstellt: 31. Dezember 1970date QS:P571,+1970-12-31T00:00:00Z/11
  • Copyright für das S/W-Foto „Klingenthal, Walter Ulbricht mit Gattin
  • Bundesarchiv, Bild 183-80009-0001
  • Junge, Peter Heinz
  • CC-BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0 DE
  • Januar 1961